What an unpleasant smell!…*würg*

Mir ist schlecht! Mir ist ja sooo schlecht!
Meine Nase… dieser neugierige Riechkolben, hat heute wieder einmal ganze Arbeit geleistet! Keine Mühen gescheut, mich mit den großen Düften dieser Welt zu beglücken!
Vielleicht liegt es ja an dem klammen Gefühl, das sich schon seit Tagen in meiner Magengegend breit macht und meinen Geruchssinn schärft…( Gott, ist mir schlecht…)
Vielleicht sind es ja meine überreizten müden Augen, die nach gepflegter Schönheit lechzend, doch wieder nur schwammige, übergewichtige, magersüchtige, strähnige, vaselineglänzende, aknegezeichnete, kleinäugige… undsoweiter unappetitliche Gestalten erblickt…
Ihr schönen, dezent duftenden, gepflegten Menschen dieser Welt! Fahrt ihr denn alle immer mit dem Auto? Erbarmt sich denn keiner von euch Wunderbaren, mir zum Gefallen, Bahn zu fahren? Muss ja nicht immer sein… so manchmal… würde mir ja schon genügen…
Die dicke Dame heute Nachmittag… ich wünschte, sie hätte ein Auto, mit dem sie zukünftig fährt!
Eine Einzelzelle, in der sie den fetten Hintern heben-und sich genüsslich den Schwefelwolken ihrer Ausdünstungen hingeben kann ( so tut sie es eben gleich neben mir auf dem Doppelsitz, diese stinkende Pommeranze)…
Ein Klapperkäfer oder rostiger VW Solo, wo sie ungeniert ihre klebrigen Speckfinger mit den schwarz umrandeten, abgenagten Fingernägeln auf dem abgewetzten Lenkrad ablegen kann! ( diese Hände werden niiie mehr sauber! Auch nicht mit „Sie baden grade ihre Hände drin!“)!
Ein „für den täglichen Einkauf gehts grad noch“ – Luxusschlitten, wo sie keiner beobachtet, wenn sie ihre mühsam aus dem Zahnloch Nummer 17, heraus beförderten Speisereste des heutigen Mittagsmenüs durch die Gegend spuckt!
Es geschah sozusagen im Affekt, sie laut zurecht zu weisen… nachdem es nur meinem sagenhaften Reaktionsvermögen zu verdanken war, dass mich ihr halb verdautes Geschoß verfehlte!!!
Ja… und dann war da noch ihr Körpergeruch! Nein… sie duftete nicht nach „es tat Nivea, als beim erste Mal“…
Sie roch auch nicht nach „4712-Echt grausig Wasser“…
Gute alte Landluft umhüllte sie… keineswegs dezent ( ach wo denken Sie hin?).
Der scharfe Geruch von Kuhstall vertrug sich scheinbar blendend mit ihrem eigenen… unvergleichlichen “ Struwwelliese wäscht sich nicht, denn waschen – Nein! – Das mag sie nicht!“- Gestank!
Ich war sicher schon ganz grün im Gesicht, als ich mich abmühte, meine Jacke an ihr vorbei aus dem Oberstübchen des Zugabteiles zu angeln ( warum sind diese Züge nur so eng? Wo sollen die Leute denn nur hin mit ihrer überwiegenden Fettleibigkeit?!)
Sie war so hilfsbereit! Wirklich! „Wortns, i hüülf ianaaa“, grunzte und grinste sie mir entgegen.
Sie wollte schon ihre fleischigen Arme nach oben reißen und die Mörder- Achselhöhlen freilegen, die dann augenblicklich wieder dicke Schwaden körpereigener Lockstoffe verbreiten würden…(Gott, ist miiiir schlecht…).
„NEEEIN! Fassen sie meine Kleider bitte nicht an!“, schrie ich ihr entsetzt ins Gesicht.
Ein letzter Schock, als ich ihren geöffneten Mund erblickte ( okay…ich verzichte an dieser Stelle auf Einzelheiten)…
Ich war endlich da! Ich durfte aussteigen und frische gute Luft einatmen!
Die muffige, schmutzige Bahnhofsunterführung erschien mir heute wie „Meister Schocker putzt so sauber“…
Na Sauber! *kotz*

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